Was sind Obertöne

Die Obertöne sind sozusagen das Innenleben eines Grundtones. In jedem denkbaren Klang sind sie enthalten. Ob Vogelgezwitscher, Klavier oder Posaune, ob Stimme oder Motorengeräusch und natürlich im Obertongesang. Erst durch die in jedem Grundton mitschwingende Obertonreihe lässt sich heraushören worum es sich handelt.

Die Obertonreihe, auch als Naturtonreihe bezeichnet spiegelt ein harmonikales Ordnungsprinzip wieder.

In der Praxis lässt sich der Aufbau der Obertonreihe durch eine schwingende Saite am Monochord am deutlichsten darstellen. Teilt man eine schwingende Saite in zwei gleich lange Hälften so hören wir am Schnittpunkt der Halbierung den ersten Oberton als Flageolett-Ton. Bei einem Drittel der Saitenlänge ist der zweite Oberton zu hören. Bei jeder weiteren Verkürzung der Saite also Viertelung, Fünftelung, Sechstelung usw. werden immer wieder neue Obertöne hörbar. Theoretisch können wir unendlich so fortfahren bis in den mikrotonalen Bereich. Bis zum zwölften oder maximal vierzehnten Oberton lassen sich die Intervalle heraushören und bestimmen. Alle anderen folgenden Töne liegen unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle.

Die Naturtonreihe folgt auch einem mathematischen Prinzip.

Der erste Oberton in der Reihe hat die doppelte Schwingungsfrequenz des Grundtones. Der Grundton C schwingt in der Frequenz mit 64 hz. Der erste Oberton über dem Grundton ist die Oktav und schwingt mit 128 hz doppelt so schnell wie der Grundton. Die Proportion zwischen Grundton und Oktav weist damit ein Zahlenverhältnis von 1:2 auf. Der zweite Oberton die Quint schwingt mit 192 hz dreimal so schnell wie der Grundton und ergibt ein Zahlenverhältnis von 2:3 gegenüber der Oktav.

 

Alle weiteren Töne in der Obertonreihe folgen diesem ganzzahligen Prinzip. Die Zahlen und Proportionsverhältnisse der Obertonreihe sind von universeller Bedeutung. In der Theorie der Weltharmonik fand Hans Kayser heraus dass die harmonikalen Strukturen in der Natur und die Obertonreihe denselben Prinzipien folgen. Es gibt übereinstimmende Analogien in der Natur, im Menschen und in der Musik. Somit lässt sich der Kosmos und sein Schöpfungsprinzip als ein musikalisches Wunder begreifen. 

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