Die Wiederentdeckung

des Obertongesanges in Europa

Eine sehr bemerkenswerte Rolle in der Entwicklungsgeschichte dieser Musik finden wir auch im europäischen Kulturraum. So gibt es in der alten Literatur der Kirchenmusik Hinweise und Aufzeichnungen dass in der Praxis der gregorianischen Gesänge das Wissen um den Obertongesang vorhanden war.

Ausgangspunkt für die Renaissance des Obertongesanges war Anfang der 70iger Jahre eine Musikaufführung des Komponisten und Musikers Karl Heinz Stockhausen. Etwa zeitgleich begann auch die Lehrtätigkeit von Michael Vetter, dem wohl bekanntesten deutschen Obertonsänger. Seine schöpferische Tätigkeit als Komponist , Musiker, Lehrer, Dichter und Maler galt lange Zeit als richtungsweisend. Viele der heute bekannten ObertonsängerInnen sind aus seiner Schule hervorgegangen.

                                                                                                                         

Somit hat sich seit den siebziger Jahren eine neue und eigenständige Obertongesangskultur in Deutschland entwickelt die sich inzwischen in ganz Europa verbreitet hat. Diese Entwicklung ist jedoch nicht als eine Nachahmung der rauen Kehlkopfgesänge der Turkvölker zu verstehen. Viele Sänger und Sängerinnen geben eher dem meditativen und lyrischen Ausdruck in der Aufführungspraxis einen breiten Raum.

 

In weiterer Folge haben sich auch viele Obertonchöre gebildet. Wohl einer der ältesten und vielseitigsten Chöre ist der Düsseldorfer Obertonchor des Komponisten und Musikers Christian Bollmann. Seine Aufführungen sind spektakulär und absolut hörenswert. Eine anspruchsvolle Meditationsmusik auf höchstem Niveau.

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